Der Pfadfindergruß


 

Der heilige Georg wurde von Lord Robert Baden-Powell selbst zum Patron der Pfadfinder ernannt, da er in ihm ein gutes Vorbild für junge Menschen sah. Das beherzte Einschreiten für die gute Sache, das der Heilige Georg in seinem berühmten Kampf gegen den Drachen unter Beweis stellte, soll auch heute zum Engagement ermutigen.

 

Durch welche Aktionen/Tätigkeiten/Eigenschaften wurde dieser Mensch zum Heiligen?

Man sollte meinen, dass der allerseits bekannte Heilige St. Georg einiges an Stoff auf diese Frage liefern könnte. Doch weit gefehlt. Nachvollziehbare Daten über den Verbandsheiligen der PfadfinderInnen gibt es so gut wie keine. Was aus alten Quellen bekannt ist, ist die Tatsache, dass in Kleinasien im frühen 4. Jahrhundert ein römischer Reitersoldat unter dem Namen Georgios als Heiliger verehrt wird. Er ist unter der Regierung des römischen Kaisers Diokletian trotz Androhung der Todesstrafe gegen die Christenverfolgungen eingetreten und dafür gefoltert und enthauptet worden.

Für die damaligen bedrohten Christengemeinden im Römischen Reich sind zeitgenössische Vorbilder wichtig gewesen - Menschen, die sich trotz der staatlichen Verfolgung zum Glauben an den Gott des christlichen Glaubens bekannt haben. Diese Tatsache hat ihn in den zwei Jahrzehnten vor der Anerkennung der christlichen Religion im Römischen Reich in seiner Umgebung - Kleinasien - schnell beliebt gemacht. Seine Person ist schon früh von üppig wuchernden Legenden bis zur Unkenntlichkeit verdeckt worden. Die hier bekannten Legenden - vor allem die Tötung des Drachen - sind erst in der Kreuzfahrerzeit entstanden. Seit dem Mittelalter ist er auch in den westlichen Ländern ein beliebter Volksheiliger.

 

Aus welchem Grund wurde dieser Heilige zum Verbandsheiligen?

Mit dem Heiligen Georg sind in den Legenden der westlichen Kirche Eigenschaften wie Mut, Gerechtigkeit, Ritterlichkeit und Tugend verbunden. Aufgrund dieser Attribute ist er mit dem Entstehen der Weltpfadfinderbewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Verbandsgründer Baden-Powell zum Schutzpatron der Pfadfinderbewegung weltweit und zum Namenspatron der DPSG und PSG geworden.

 

Die Legende von Georg, dem Drachentöter

Vor langer, langer Zeit hat sich in einer Stadt in Kleinasien eine ungeheure Geschichte zugetragen. Die Stadt lag in einem sumpfigen Tale an einem trüben See, und in dem See wohnte ein schwarzer Drache. Jede Nacht mussten die Bürger ein Schaf und einen Menschen an den See bringen, damit der wütende Drache morgens etwas zu fressen fand. Täglich wurde mit dem Würfel gelost, wer dem Untier vorgeworfen werden sollte. Eines Tages fiel das Los auf des Königs Tochter. Mit lautem Weinen brachte man sie vor die Stadt und erwartete mit Schmerzen den Morgen, da der Drache das schöne Kind verschlingen würde. Da sprengte plötzlich Ritter Georg auf seinem weißen Ross heran. Er fragte das weinende Mädchen, warum es vor dem See dort angebunden sei. "Ach, edler Ritter", sprach die Königstochter, "reitet fort, so schnell ihr könnt! Der Drache kommt und wird uns beide verschlingen!" Kaum hatte sie die Worte ausgesprochen, da rauschte es in den Abgründen des Sees, und der Drache stieg an Land. Georg aber legte die Lanze ein und rief mit lauter Stimme: "Ich komme im Namen Gottes, um Menschen zu retten!" Mutig rannte er gegen den Drachen an. Er bohrte ihm die Lanze in den Leib, schleppte ihn in die Stadt und hieb ihm den Kopf ab.

Die Leute erstaunten und fragten ihn, woher er seine Kraft habe. Georg antwortete: "Ich kann alles im Namen dessen, der mich stark macht!" Sie fragten ihn weiter: "Wer ist das?" Da ließ er die Leute sich setzen und erzählte ihnen die frohe Botschaft von Jesus Christus. Zum Dank, dass er sie vor dem schwarzen Ungeheuer gerettet hatte, nahm die ganze Stadt durch Georg den Glauben an und ließ sich taufen.

Als der römische Kaiser von Georgs Taten hörte, ließ er ihn zu sich rufen. Betrübt sah Georg, wie der Kaiser viele Christen gefangen hielt und zum Tode verurteilte. Georg versuchte, die Christen zu befreien. Doch der erzürnte Kaiser ließ ihn in Fesseln legen, mit glühendem Blei übergießen und schließlich mit dem Schwert ums Leben bringen.

 


 

 

 

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